Wir züchten mit Liebe! 

Bereits mit 10 Jahren begann ich Indianerbücher zu lesen, und ich war seither fest davon überzeugt, dass ich in einem vorherigen Leben eine Tochter der Dakota gewesen sein muss. Als ich 15 Jahre alt war, sah ich das Foto eines Friesenhengstes in einem Buch über die Pferderassen unserer Welt, und es entbrannte eine tiefe Liebe in meinem Herzen und es stand für mich fest, dass, wenn ich jemals ein eigenes Pferd haben würde, dies ein Friese sein würde.

Es dauerte 30 Jahre und hier in der Weihermühle ist sie nun, Kaiserin Kimmy vom Adel, mein lebendig gewordener Friesentraum. Sie hat mich ausgesucht und in ihrem Bauch gleich unsere Königin Elaine vom Fedde mitgebracht.

Ich kann Ihnen also aus vollem Herzen bestätigen, unsere Friesenzucht ist aus Liebe entstanden.
Natürlich hat mich diese Liebe sofort beflügelt, und ich wollte möglichst viel Wissen und Kompetenz hinzufügen. Kimmy kam also tragend zu uns, und der Vater war ein Hengst des FPZV (Friesenpferdezuchtverband e.V.). Um an den Deckschein zu kommen, nahm ich Kontakt mit Josef Loy auf. Er ist der Eigentümer des Fedde van Horp, und in ihm lernte ich einen Menschen kennen, der mit ebensolcher Liebe und Kompetenz Friesenpferde züchtet. Josef konnte mir sofort abendfüllende Vorträge über die Hengstlienien und Stutenstämme halten, und so war es für mich eine logische Konsequenz, dass ich mich dem FPZV anschloss.
Das Friesenpferd ist eine holländische Rasse, und seine Geschichte ist buchstäblich die Geschichte der holländischen Pferdezucht.

In Friesland selbst hat man bei Ausgrabungen Knochenfunde gemacht, anhand derer man berechnen konnte, dass der Urahn unser Friesenpferde bereits im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung existiert hat. Man vermutet, er ist durch eine Kreuzung zwischen dem schwereren Equus robustes und dem leichteren Tarpantyp Equus orientalis entstanden. Im Mittelalter entstand dann die tatsächliche Pferdezucht, und unser Friesenpferd genoss einen hervorragenden Ruf als kräftiges und stattliches Streitross, welches aufgrund seiner Fähigkeit einen Ritter mit Rüstung, der immerhin mit allem um die 250 kg wog, tragen zu können. Bereits in dieser Zeit wurde der Friese durch orientalisches Blut veredelt. Im 16. Jahrhundert kamen spanische Hengste nach Mitteleuropa und beeinflussten auch die Zucht in Holland.

Mit Beginn der Industrialisierung wurde das Pferd als Reittier verdrängt, und der Adel fuhr in prunkvollen Kutschen. Für diese Aufgabe war unser Friesenpferd mit seiner unbeschreiblichen Präsenz und seinen spektakulären Gängen prädestiniert. Gleichzeitig erwachte der Trabrennsport und wurde in Holland und Friesland zu einem Volkssport, in dessen Zentrum das Friesenpferd stand.

So ist es nicht erstaunlich, dass der russische Edelmann Graf Orlow-Tschemskoy aus dem Hengst Bars I. (gezogen aus einer Fredriksborger Stute und dem persischen Hengst Smetanka und Hengst Polkan, dieser wiederum zeugte mit einer holländischen Hardtraberstute den Hengst Bars I.) und zwei Friesenstuten den Stammbaum der Orlow-Traber begründete. Allerdings war damit die Zeit als Traber für die Friesen auch vorbei. Die modernen Traber-Rassen übernahmen diese Bühne.
Ausländische Moderassen besiegelten das Schicksal der Friesenpferde, und wir haben es den friesischen Bauern zu verdanken, dass sie ihr Pferd aus Liebe und als Teil ihrer Geschichte nicht aufgaben. Das Friesenpferd ist die einzige bodenständige Rasse der Niederlande.

1879 wurde das friesische Pferdestammbuch vom Minister für Landwirtschaft genehmigt und somit erstmals ein Grundstein für die Reinzucht dieser Rasse gelegt. 1880 gab es 16 Hengste und 28 Stuten Friesischer Rasse. 1908 waren es noch 10 Hengste und man gab die Eintragung der reinen friesischen Rasse auf, und somit schienen alle Bemühungen gescheitert. 1910 gab es noch 10 Hengste und 426 Stuten. Die friesischen Züchter gaben nicht auf, und so konnte der Bestand zu Beginn der 1960er Jahre auf ca. 4000 Pferde erhöht werden. Allerdings waren es 1967 nur noch 974 registrierte Tiere. Mitte der 1970er Jahre begann der Siegeszug des Friesenpferdes buchstäblich um die Welt. Reiter und Fahrer entdeckten dieses wunderbare Wesen, und derzeit brauchen wir uns keine Sorgen mehr um den Bestand der Rasse zu machen.
Unser Friesenpferd ist seit über 300 Jahren reinrassig gezüchtet und gehört zu einer der ältesten noch existierenden Rassen Europas. Durch sorgfältige züchterische Arbeit ist er zu einem Pferd geworden, welches die Herzen der Menschen erreicht. In seinen Show- und Dressursport-Auftritten ebenso wie in jedweder Form des Freizeitreitens.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht Friesenpferde zu züchten, auf deren Rücken wir die Natur auf langen Wanderritten genießen können. Natürlich beachten wir hier die Regeln unseres Zuchtverbandes und damit auch des holländischen Mutterstammbuchs. Ganz besonders wichtig sind uns die Gesundheit unserer Zuchttiere, ihr einwandfreier Charakter und natürlich ihre Freude an der Arbeit als Reitpferd. Jedes unserer Fohlen wird mit Liebe, Achtung und Konsequenz aufgezogen und seinen Anlagen entsprechend gefördert. Alle unsere Friesenpferde leben im Herdenverband und können somit die innerartliche Kommunikation und die daraus resultierenden Regeln natürlich lernen. Gleichzeitig erweitert der enge positive Kontakt zu uns Menschen ihr Erfahrungsspektrum derart, dass sie optimal auf ihre Aufgabe als unser Freund und Partner vorbereitet werden.

Wir achten und respektieren die Natur und wenn uns ein Pferdekind geschenkt wird, welches nicht den strengen Regeln unserer Qualitätszucht genügt, wissen wir, dass auch dieses Leben ebenso wertvoll ist und lediglich im Zuchtgeschehen keine Wirkung mehr entfaltet. Dies hat jedoch nichts damit zu tun, dass wir auch dieses Leben nicht schützen würden. Wir geben ihm dem Raum, den es beansprucht.

Seit April 2017 bin ich Vize-Präsidentin des FPZV e.V. und arbeite in diesem Rahmen gemeinsam mit engagierten und kompetenten Züchtern für den Erhalt und die Weiterentwicklung dieser wunderbaren Pferderasse.